Calgary bis Denver

Von Calgary nach Denver (3.689 km)   1. bis 21.Oktober:

in massiver Temperatursturz brachte mir zum Abschluss meines Kanada Trips Schnee. Das bereitete mir zunächst Sorgen, da mich weitere Route in die Rocky Mountains führte. Die letzte Nacht in Kanada verbrachte ich in der Grenzstadt Lethbridge. Dann war es aber soweit. Nach 103 Tagen Kanada musste ich mit viel Wehmut von diesem großartigen Land Abschied nehmen. Den Rest meiner Tour werde ich nun in den USA verbringen. Aber auch dieses Land hat soviel zu bieten. Bereits kurz nach der Grenze (Montana) fuhr ich zum einzigen grenzüberschreitenden Nationalpark Nordamerikas, dem Glacier-Waterton Lakes NP. Die Landschaft war tief verschneit, trotzdem waren noch viele Rinder und Pferde auf den  Feldern zu sehen.

Auf der „Going to the Sun Road“ (was für ein Name) und am St. Mary Lake entlang erreichte ich bald auf 1.366m den Rising Sun Rastplatz. Ein traumhaft schöner Ausblick auf den See und die weißen Rockies ließ Erinnerungen an den kanadischen Jasper NP aufkommen. Auf Grund von Strassen Bauarbeiten war der Logan Pass aber leider gesperrt und so musste ich wohl oder übel den gleichen Weg zurück fahren. Bei blauem Himmel und weiß angezuckerten Bergen ein traumhafter Tag !! Vor allem auch deswegen weil um diese Zeit kaum Touristen auf dem Weg waren. Die folgenden Nächte waren mit minus 5 Grad Celsius allesamt sehr kalt.

In Montana stoppte ich jeweils kurz für 1 Nacht in den Kleinstädten Great Falls, Helena und Butte. Es gibt hier keine Großstädte, selbst die Hauptstadt Helena hat nur 28 Tsd. Einwohner. Von der ehemaligen Bergbaustadt Butte (Gold, Kupfer) war es aber dann nicht mehr weit zum Yellowstone Nationalpark. Ein weiterer absoluter Höhepunkt meiner Reise quer durch Nordamerika. Der älteste NP der Welt (gegr. 1872) liegt größtenteils im Bundesstaat Wyoming und ist so anders als alles bisher gesehene.

Obwohl es äußerlich schon Anzeichen dafür gibt, brodelt es unter der Erdoberfläche gewaltig. Auf dem 2.000m hohen Plateau führt ein 230 km langer Rundkurs zu (fast) allen interessanten Plätzen des Parks. Ich kam vom Nordeingang und schon wenige Minuten später erreichte ich die Mammoth Hot Springs.

Ähnlich wie die Kalksteinformationen in Pamukkale (Türkei) haben sich auch hier schneeweiße Terrassen aus Kalk gebildet. Ich wanderte auf den Holz beplankten Wegen entlang, genoss das herrliche Panorama, die Sonne und zu allem Überdruss streifte eine Herde Wapiti Hirsche die Hot Springs. Toll !! Ich blieb 2 Nächte im Park und fuhr den Loop im Uhrzeigersinn folgend. Im Norris Geyser Basin beginnt die „Strasse der Geysire“. Immer wieder laden schön hergerichtete Besucherplätze zum halten, schauen, bewundern ein. Das Gebiet umfasst 300 Geysire, kochende Schlammtöpfe, übel riechende Schwefelquellen aber auch einen farbenprächtigen Canyon und viele Tiere. Ein weiterer Stopp machte ich bei Madison Junction bevor ich das Upper Geyser Basin erreichte. Hier ist der „Old Faithful Geysir“ beheimatet – der bekannteste und größte Geysir im NP. Ungefähr alle 90 Minuten entläd er sich mit einer bis zu 55m hohen Wasserfontäne. Rund um den Geysir laden  unzählige Bänke zum verweilen und warten ein. Ist schon schön die Natur so in ihrem Element, mit ihrer ganzen Kraft hautnah zu erleben. Die Ostseite führte zunächst am Lake Yellowstone entlang. Dort gab es längere Wartezeiten, da gerade eine riesige Büffelherde die Strasse passierte.

Sieht man auch nicht alle Tage. Außer den Wapiti Hirschen und Büffeln leben im Park aber auch Bären, Wölfe und Luchse, die ich aber (leider) nicht zu Gesicht bekam. Dann ein weiterer großartiger Ort ist der Yellowstone Canyon. Der Canyon ist nur 32km lang. Tief ins Erdreich hat sich der Yellowstone River im Laufe der letzten 14 Tsd. Jahre gebohrt und bietet zudem 3 spektakuläre Wasserfälle. Wobei der größte, der Lower Fall mit 94m Fallhöhe fast doppelt so hoch ist wie die berühmten Niagara Fälle !  Sehenswert aber auch die gelb, orange bis rötlich schimmernden Felswände. Leider war am zweiten Tag das Wetter nicht mehr ganz so gut (bewölkter Himmel). Ich fuhr dann  zum östlichen Parkausgang und bis zur Stadt Idaho Falls weiter, wo ich auf einem Walmart Parkplatz übernachtete. Der Yellowstone NP war schon sehr beeindruckend, vor allem wegen seiner Vielzahl an sehenswertem. Neben den Geysiren erfreute ich mich auch an der Landschaft, der Tierwelt, den Kalksteinfelsen und am Canyon.

Ganz gegensächlich der nächste Knotenpunkt meiner Tour, die Hauptstadt von Utah, Salt Lake City. Die Olympiastadt von 2002 ist ganz nett eingebettet zwischen den bis zu 3.500m hohen Wasatch Mountains und dem großen Salzsee dem Salt Lake. Gegründet wurde die Stadt 1847 von den Mormonen, die hier ihren Gottesstaat errichteten. Die Downtown ist auch geprägt von wunderschönen Kirchen, Monumenten, Denkmälern aber auch von protzigen Hochhäusern aus Glas und Stahl.  Hervorzuheben wäre hier das auf einem Hügel thronende State Capitol of Utah und natürlich Temple Square, das Glaubenszentrum der Mormonen.

 

Mittendrin der erhabene Salt Lake Temple, der größter Tempel und Prunkstück der Kirchengemeinschaft Jesus Christus der letzten heiligen Tage. Auch wirkte die Stadt sehr kultiviert und sauber. Ein besonderes Highlight bot sich mir dann Freitag abends. Die Profis der Utah Jazz (NBA Basketball) trafen auf die Thunders aus Oklahoma (Endstand 97:81) Schon alleine die Energy Solution Halle mit einer Kapazität von 22 Tsd. Sitzplätzen war beeindruckend. Obwohl dieses Spiel nicht ausverkauft war, erlebte ich Basketballsport von feinsten ! Schade das ich meine Kamera nicht mitnehmen durfte… !

Die Stadt liegt nicht direkt am nur 3-8m tiefen Salt Lake. Trotzdem fuhr ich die paar Meilen raus um das salzhaltigste Gewässer der Erde nach dem Toten Meer zu besuchen. Der Salzgehalt liegt hier bei bis zu 25% (Ozeane ca. 5%). Außer ein paar Segelbooten war es sehr ruhig. Letzter Besuchspunkt war dann das etwa 45 km außerhalb der Stadt liegende Park City. In Utahs größtem Schigebiet fanden auch viele Bewerbe der Olympiade statt. Auch hier schaute ich bei den Schanzen vorbei, besuchte das Olympiamuseum und fuhr bereits in der abendlichen Dämmerung weiter bis nach Vernal.

Vernal nennt sich selber gerne Dinosaurier Hauptstadt. Schon am Ortseingang begegnen einem verschiedenste Saurier Skulpturen. Kein Wunder knapp außerhalb der Stadt liegt das Dinosaur National Monument.  Im Quarry Steinbruch haben Paläontologen eine in dieser Dichte weltweit einzigartigen Ansammlung von Saurierknochen freigelegt. Genau über so einem Felsen wurde das Besucherzentrum errichtet. So kann man heute, im erst kürzlich neu eröffneten Gebäude, die im Stein belassenen Fossilien betrachten. Lt. einem Parkranger wurde an dieser Felswand 30 Jahre lang gearbeitet; toll !! Unweit der Dinofundstelle am Green River liegt der Park Split Mountains. Blauer Himmel, herbstlich gelb gefärbte Laubbäume, ein kristallklarer Fluss und mächtige Felswände ergaben hier ein sehr idyllisches Bild. In konnte vom fotografieren nicht genug bekommen, so schön war es hier. Ungeachtet dessen setzte ich meine Fahrt aber fort.

Nächster Halt war Glenwood Springs (Colorado) Berühmt für seinen weltweit größten Hot Spot Naturpool. Im Fußballplatz großen Warmwasserpool (ca. 32°C) gönnte ich mir auch ein paar entspannende Stunden. Ich hatte auch noch einiges zu erledigen und so blieb ich hier einen ganzen Tag. Im Anschluss daran gings aber dann so richtig in die Berge der Rocky Mountains.

Zunächst streifte ich den Nobelschiort Aspen. Hier herrschte noch sichtlich „Ruhe vor dem Sturm“. Der ganze Ort wird intensiv auf die bevorstehende Wintersaison hergerichtet. Über den 3.686m hohen Independence Pass erreichte ich zu später Stunde Vail. Die Fahrt in solche Höhen sind etwas ganz besonderes und atemberaubend schön. Vor allem dann wenn das Wetter mitspielt, und es überhaupt noch vor dem Wintereinbruch möglich ist diese Strasse zu befahren. Vail ist mit dem dazugehörigen Beaver Creek das größte Schigebiet der USA. Der Ort hat einwenig alpenländischen Flair. Nicht nur weil es in diversen deutsch klingenden Restaurants Speisen gibt wie zB. Kässpätzle, Sauerkraut, Bratwurst oder Wiener Schnitzel. Nein auch die Fußgängerzone wirkt ähnlich wie zB ein Schiort bei uns in den Alpen. Aber auch hier wurde noch sehr viel gearbeitet und vorbereitet für die kommende Schisaison. 2015 findet hier wieder die alpine Schi WM satt.

Der letzte von mir besuchte Schiort war Breckenridge. Kleiner und beschaulicher aber vielleicht gerade deswegen ein ganz nettes Örtchen. Auch hier spielt der Wintersport eine sehr, sehr wichtige Rolle. Die schwierigsten Pisten sind über den höchsten Sessellift der Welt, dem Imperial Express dessen Bergstation auf 3913m liegt, erschlossen.

 

Ich nahm die Autobahn Interstate 70-E auf dem direkten Weg nach Denver. Auch hier führte der 2-3 spurige Highway nochmals richtig hoch hinauf. Am Vailpass (3.250m) war aber Wendepunkt und von da an bis Denver gings (fast) nur noch bergab.

Denver ist die einzige Großstadt zwischen Kansas und der Westküste und nennt sich gerne auch „the mile high city“, da Denver genau 1 Meile (1.609m) hoch liegt. Die Hauptstadt Colorados ist eine junge pulsierende Stadt mit 300 Sonnentagen im Jahr die mich mit strahlend blauem Himmel und atemberaubenden Ausblicken auf die Berge empfing. Denver ist aber auch eine Sport und Kulturmetropole. Hier sind gleich 6 (!!) Profi Teams der Major League daheim (Fußball, Eishockey, Football, Baseball, Basketball, Nascar). Und die eigenwillige, seltsam eckige, verwinkelte Architektur des Art Museums sucht seines Gleichen. Vis a vis das State Capital mit einer goldenen Kuppel. Da werden zur Zeit aber gerade Bauarbeiten durchgeführt. In der Fußgängerzone, 16th Strasse, findet man viele Geschäfte, Bars und Restaurants. Samstag Abend wurde es richtig gespenstisch in Downtown. Die ersten Halloween Parties waren voll im Gange und viele Leute gingen kostümiert auf die Strasse. Es war spätsommerlich warm und ich konnte sogar noch am Abend im T-Shirt durch die Stadt bummeln. Bei Superwetter muß ich aber meinen Weg fortsetzen und fahre gegen Süden (in den Sommer zurück..). Alles weitere wie immer in 3 Wochen !!

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